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Logo des Frauennotrufes: Ein Frauenzeichen, in dessen eine stilisierte Hand einen Telefonhörer hält.Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz e.V.
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Zu sehen ist ein Plakat mit der Aufschrift "Es ist nicht mehr mein Körper, sondern seiner". Plakat: Sabine Neumann und Falko Ulmer

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Juli 2011: „Ich fühle mich jetzt viel mutiger...“

Präventionsprojekt des Frauennotrufs in der Goethehauptschule ein Erfolg

„Selbstbewusst-Sicher-Stark!“ heißt das Präventionsprojekt das die Goethehauptschule in der Mainzer Neustadt in Kooperation mit dem Frauennotruf im Schuljahr 2010/11 angeboten hat. Zwei Arbeitsgruppen, geteilt in Jungen und Mädchen nahmen daran teil. „Eigentlich war das Angebot für die Älteren nur für ein Halbjahr geplant,“ erinnert sich Eva Frank Schulleiterin der Goethe-Hauptschule. „Aber die Mädchen waren so begeistert, dass wir es mit ihnen bis zum Schuljahresende weitergeführt haben.“ Die engagierte Lehrerin arbeitet bereits seit einigen Jahren mit der Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt zusammen. „Wir wollen Mädchen und Jungen stärken, um Grenzverletzungen und Übergriffen, nicht nur im Schulalltag, vorzubeugen.“

„Toll war, dass es trotz des harten Themas „Gewalt an Mädchen“ immer viel Spaß gemacht hat und wir viel zu lachen hatten,“ resümiert die 15-jährige Sina. „Und unsere Kursleiterin hatte immer ein offenes Ohr für unsere Probleme. Sie ist immer auf unsere Stimmungen eingegangen, in dieser AG hab` ich mich einfach wohl gefühlt,“ fügt Nejla, 17 Jahre an. Tugba (16) gefiel am besten „die Offenheit, in der wir hier reden konnten.“

Anke Thomasky, Sozialpädagogin und Trainerin für WENDO, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung freut sich über die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen. Ihr ist die AG mit den Jugendlichen so ans Herz gewachsen, dass sie die Abschlussfeier für die Entlass-SchülerInnen im Schloss besuchte. „Ich habe richtig sehen können, wie sich die Mädchen im Laufe des Jahres in Richtung Selbstbewusst-Sein, Selbst-Sicherheit und Vertauen zueinander verändert haben.“ In Rollenspielen konnten die Schülerinnen und im ersten Halbjahr auch die Schüler ausprobieren, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten könnten, welche Strategie zu ihnen passt. In Übungen konnten sie ihre Stärken spüren und sich im Anschluss dazu austauschen. Ziel der gemeinsamen Arbeit war mehr Selbstbewusstsein, Sicherheit und Stärke.

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse des Forschungsprojekts „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen" vom Deutschen Jugendinstitut e. V. bestärken die Akteurinnen. Hier wird deutlich: die Betroffenen sind hauptsächlich weiblich und wichtige Präventionsmaßnahmen sind nur mäßig verbreitet. „Unser erfolgreiches Projekt an der Goethehauptschule kann auf alle Fälle weitergeführt werden,“ freuen sich Anke Thomasky und Anette Diehl vom Frauennotruf.

Das „Selbstbewusst-Sicher-Stark!“-Projekt konnte dank der Unterstützung von Aktion Mensch an der Goethehauptschule Mainz verwirklicht werden. Die Stiftung finanziert seit Februar 2009 ein Präventionsprojekt des Frauennotrufs Mainz. „Um diese vorbeugende Arbeit mit Mädchen und Jungen durchzuführen, brauchen wir die Kooperation mit Schulen und Jugendeinrichtungen,“ betont Anette Diehl vom Frauennotruf Mainz. Es sei nicht immer einfach solche Kooperationspartnerinnen zu finden. „Um so mehr freuen wir uns über die gute Zusammenarbeit mit der Goethehauptschule.“

Verantwortlich: Anette Diehl, Juli 2011