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Logo des Frauennotrufes: Ein Frauenzeichen, in dessen eine stilisierte Hand einen Telefonhörer hält.Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz e.V.
Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt
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Zu sehen ist ein Plakat mit der Aufschrift "Es ist nicht mehr mein Körper, sondern seiner". Plakat: Sabine Neumann und Falko Ulmer

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Juli 2010: „Mädchen und Jungen – selbstbewusst und stark“

Frauennotruf Mainz stellt erste Ergebnisse des Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt vor

Im Februar 2010 startete das Präventionsprojekt des Frauennotruf Mainz. Die Fach- und Beratungsstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt legt nun einen Tätigkeitsbericht für diesen Bereich vor. Das Schlossgymnasium in Mainz war eine der am Ganztagsschulprojekt beteiligten Schulen.

Erst eineinhalb Jahre gibt es die Präventionsstelle des Frauennotrufs Mainz und dennoch kann die zuständige Hauptamtliche Sandra Schollmeyer einen beachtlichen Tätigkeitsbericht vorzeigen. Neben großen Aktionen wie den Schulfilmtagen, Girlsday etc., die das Ziel hatten die Einrichtung und das Angebot der Frauennotrufs bekannter zu machen und über das Thema aufzuklären, bildete das Schulprojekt „Mädchen und Jungen – selbstbewusst und stark“ den Arbeitsschwerpunkt. Es fand an verschiedenen Schulen in Mainz und Kreis Mainz-Bingen statt.

Auf die Frage: „Was hast Du im Projekt neu dazu gelernt?“ im anonymisierten Abschlussbogen antworteten die Mädchen der 6. Klasse im Ganztagschulbereich des Schlossgymnasiums zum Beispiel: „Wie ich mich verteidigen kann und wie ich mein Selbstvertrauen stärken kann“, „Das Projekt ist eigentlich total cool und sollte nach den Ferien weiter gehen“. Einmal pro Woche hatten Mädchen und Jungen in getrennten Gruppen Themen wie „Mit mir nicht! Respekt und Grenzachtung gegen (sexualisierte) Gewalt“ oder „Wie kann ich mich vor sexueller Anmache, Übergriffen, Grenzverletzungen schützen?“ behandelt.

Sandra Schollmeyer von der Präventionsstelle des Frauennotrufes resümiert: „Das Projekt hat verdeutlicht, wie wichtig die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern ist, wie offen und interessiert sie an diesen Themen sind und wie stark der Wusch nach Informationen zu sexualisierter Gewalt ist!“ Nicht nur Sandra Schollmeyer und der für die Jungen verantwortliche Teamer sind von dem Erfolg überzeugt, auch die Lehrkräfte profitieren von dem Angebot des Frauennotrufs: in einer Informationsveranstaltung der Fachstelle konnten sie mit Notrufreferentin Anette Diehl individuelle Handlungskompetenzen in diesem Bereich entwickeln. „Lehrkräftefortbildung und Elternabend sind unabdingbar für das Projekt“, weiß die Präventionsfrau Schollmeyer vom Notruf. „Es ist wichtig, dass alle eine gewisse Sicherheit mit dem Thema haben und gemeinsam in einem Boot sitzen.“

Das Langzeitprojekt zur Vorbeugung von sexueller Gewalt fand auch an der Realschule plus in Budenheim statt.

Daneben gab es Projekteinheiten wie zum Beispiel in der 8. Klasse der Ludwig Schwamb Schule in Mainz oder in einer Mädchengruppen der Schule für motorische Förderung in Nieder–Olm. Inhalte waren Frauenrollen/ Männerrollen und Vorurteile, Grenzverletzungen und Grenzachtung, selbstbestimmte Sexualität und Handlungskompetenz im Umgang mit sexualisierter Gewalt.

Für die Themen „Chatten aber sicher“, Cybermobbing und Cyberbullying, bei denen es um sexuelle Anmache im Internet geht, holte sich der Frauennotruf eine Expertin von außen. Michaela Brauburger bietet regelmäßig in Kooperation mit der Präventionsstelle Kurse für Lehrkräfte, Mütter und Väter an. Hier wurde das Thema sexuelle Anmache im Internet thematisiert und Handlungskompetenzen vermittelt.

Die Präventionsarbeit kann zur Zeit mit finanzieller Hilfe von „Aktion Mensch“ für den Zeitraum von drei Jahren verwirklicht werden. Für die Zeit ab 2012 erhofft sich der Frauennotruf eine Weiterführung des Projektes.