K.O.cktail – fiese Drogen im Glas
Symptome und Folgen
- Schlagartiger Erinnerungsverlust (Dauer zwischen 2 und 8 Stunden) auch bei geringer Dosierung.
- Zweifel der Frauen und Mädchen daran, dass so ein Erinnerungsverlust durch den Alkoholkonsum hervorgerufen werden konnte.
- Noch vor dem Erinnerungsverlust setzen häufig Schwindel (ähnlich wie bei Kreislaufstörungen), Schweißausbrüche, ein benebeltes Gefühl („wie in Watte gepackt“) ein.
- Nachdem die Opfer wieder zu sich gekommen sind, sind sie mitunter völlig verweint. Sie können unter starker Übelkeit, häufig mit stundenlangem Erbrechen, Panik und Angstanfällen leiden.
- Viele Frauen berichten von starken Unterleibsschmerzen, auch wenn es keinen objektiven Hinweis auf eine Vergewaltigung gibt.
- Auch Tage später haben manche Opfer noch erhebliche Konzentrationsstörungen. Es können schlaglichtartige Bilder und Szenen ins Bewusstsein kommen, ohne einen Zusammenhang zu ergeben.
- Die Frauen und Mädchen leiden unter starken Zweifeln, vor allem wenn es keine körperlichen Verletzungen als Folge der Vergewaltigung oder des Missbrauchs gibt.
- Die Betroffenen können – wie nach anderen Straftaten auch – posttraumatische Belastungsstörungen entwickeln, auch wenn sie keine Erinnerung an das Geschehen haben.
- Sie beschreiben dann häufig die bekannten Symptome , die nach einer traumatischen Erfahrung auftreten können wie Panik, Ängste, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, Übelkeit, Ekel, Misstrauen und anderes.
Nach dem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit haben Frauen und Mädchen das Problem, dass sie sich gar nicht oder nur sehr bruchstückhaft an das, was passiert ist, erinnern können. Manche haben nur das vage Gefühl, etwas Seltsames sei passiert, oder sie spüren, dass es zu einem sexuellen Übergriff gekommen ist. Manche wissen nicht mehr, wann, wie und von wem sie wohin gebracht wurden. Sie wachen vielleicht an Orten auf, die sie nicht kennen und die unter Umständen auch nicht mit dem möglichen Tatort identisch sind. Falls der Täter ein Freund oder Bekannter war, behauptet er, die Frau sei freiwillig mitgegangen und Sexualkontakte seien einvernehmlich geschehen. Da die Frauen und Mädchen sich kaum an das Geschehene erinnern können, zweifeln sie oft an sich selbst. Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt oder ihnen unterstellt wird, sie hätten zuviel getrunken, sprechen viele nicht über den „Vorfall“. Sie leben mit der bleibenden Ungewissheit und dem Erinnerungsverlust.
Nicht zu wissen, was über viele Stunden passiert ist, erzeugt Panik und Gefühle von Kontrollverlust. Wenn Dritte ihnen ihr Verhalten aus der fraglichen Zeit schildern, erkennen sie sich oft nicht wieder. Das beschriebene Verhalten erscheint ihnen völlig fremd und Zweifel an sich selbst und ihrer Wahrnehmung sind fast unerträglich.
Die Gefühle von Schuld und Scham, die bei vergewaltigten Frauen und Mädchen häufig sind, sind zwar auch bei den Opfern von K.O. Tropfen da, aber hier sind vor allem Selbstzweifel und ein Gefühl von Entfremdung, die Unmöglichkeit, das Erlebte zu erinnern und dann zu integrieren vorherrschend.
