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Logo des Frauennotrufes: Ein Frauenzeichen, in dessen eine stilisierte Hand einen Telefonhörer hält.Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz e.V.
Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt
Telefon: 0 61 31 - 22 12 13
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Ko-Tropfen - fiese Drogen im Glas
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Bild: Stilisierte Karte von Rheinland-Pfalz. Die Orte Alzey, Idar-Oberstein, Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz, Simmern, Speyer, Trier, Westerburg, Worms und Zweibrücken sind mit pinken Punkten markiert.

Notrufe in Rheinland-Pfalz

Pressemitteilungen und Stellungnahmen

Das schlimmste ist die Ungewissheit

Notrufe machen aufmerksam auf Vergewaltigung nach K.O.-Tropfen

Einige Notrufe für vergewaltigte Frauen in Rheinland Pfalz verzeichnen in letzter Zeit ein häufigeres Auftreten von sexuellen Übergriffen, die im Zusammenhang mit sogenannten K.O.-Tropfen stehen. Das sind unterschiedliche Substanzen, betäubende Mittel, die unbemerkt in ein Getränk oder Essen gegeben werden und dazu führen, dass die Opfer leicht manipulierbar sind. Die Betroffenen handeln, ohne ein Bewusstsein darüber zu haben. Nach außen wirken sie gedämpft, vielleicht leicht angetrunken. Sie sind scheinbar aktiv am Geschehen beteiligt, aber aufgrund der bewusstseinstrübenden Wirkung nicht in der Lage, selbstbestimmt zu handeln. Oft wachen sie an Orten auf, ohne zu wissen wann und wie sie dort hin geraten sind und spüren, dass ihnen etwas angetan wurde, an das sie sich nicht erinnern und das sie sich nicht erklären können.

K.O.-Tropfen werden von Tätern gezielt eingesetzt, um Frauen und Mädchen willenlos zu machen und sie dann zu vergewaltigen. Die Betroffenen können sich später an kaum etwas erinnern. Sie sind zutiefst verunsichert und vertrauen sich selten direkt jemandem an. Aus diesem Grund ist die Dunkelziffer nach wie vor immens hoch.

Für die rheinland-pfälzischen Notrufe ist das ein Grund das Thema mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, mit dem Ziel, dass Betroffene sich leichter an die Beratungsangebote der Fachstellen für sexualisierte Gewalt wenden und zum anderen, um Schutzmöglichkeiten zu eröffnen ohne Panik zu verbreiten:

Folgende Verhaltensweisen können helfen, sich davor zu schützen:

Wenn Frauen den Verdacht haben, Opfer eines gewaltsamen Übergriffs geworden zu sein, ist ein zeitnahes Handeln nötig, um einen Nachweis über die Verabreichung der Droge zu erhalten, denn sie ist im Blut höchstens 12 Stunden lang nachweisbar. Es ist in jedem Fall ratsam, sich im Zweifel ärztlich untersuchen zu lassen und Verletzungen, Infektionen oder eine Schwangerschaft attestieren zu lassen. Ärztinnen und  Ärzte sind der Schweigepflicht unterworfen, d.h. dass damit noch keine Anzeige erfolgen muss. Dieser Schritt kann auch später noch erfolgen und kann in einer Beratungsstelle zum Thema erörtert werden. Sexuelle Übergriffe nach Verabreichung von K.O.-Tropfen sind strafbar, ggf. können weitere Straftatbestände wie Freiheitsberaubung u.a. vorliegen.

Die zwölf Frauennotrufe in Rheinland Pfalz bieten Beratung und Information für Betroffene und Angehörige an. Ärzte und Ärztinnen, die sich für den Umgang mit betroffenen Patientinnen und gerichtsmedizinische Verwertbarkeit von Untersuchungen interessieren, können sich ebenfalls an die Fachstellen zum Thema sexualisierte Gewalt wenden.

Verantwortlich:
Jacqueline Bröhl
Telefon: 0261 - 35000

Flyer der Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Frauennotrufe in RLP zum Thema K.O.-Tropfen (PDF, 2 MB)