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Logo des Frauennotrufes: Ein Frauenzeichen, in dessen eine stilisierte Hand einen Telefonhörer hält.Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz e.V.
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Bild: Stilisierte Karte von Rheinland-Pfalz. Die Orte Alzey, Idar-Oberstein, Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz, Simmern, Speyer, Trier, Westerburg, Worms und Zweibrücken sind mit pinken Punkten markiert.

Notrufe in Rheinland-Pfalz

Pressemitteilungen und Stellungnahmen

Januar 2008: Offener Brief als Nachtrag zu Ihrer Ausgabe Nr. 25 vom 28.11.2007

Sehr geehrte Damen und Herren der BRAVO Girl-Redaktion,
Ihre Ausgabe Nr. 25 vom 28.11.2007 enthielt unter der Rubrik „Spaß“ Witze mit sexistischem und gewalttätigem Inhalt.

Ein Beispiel (aus: BRAVO Girl Nr. 25 vom 28.11.2007)

Sagt ein Mann zu seinem Freund: „Ich habe meiner Frau eine Gasmaske zum Geburtstag geschenkt.“ Freund: „Ein Gasmaske?“ „Ja, erstens sieht sie damit besser aus und wenn ich den Stöpsel zuhalte, dann zappelt sie so schön beim Sex.“

Mit diesem Schreiben möchten wir Sie auf die fatale Wirkung solcher Inhalte aufmerksam machen und Sie auffordern, in Zukunft solche Aktionen zu überdenken.
Der Inhalt der Witze erniedrigt Frauen und Mädchen und zementiert ein problematisches und kontraproduktives Frauenbild. Diese Art von Texten schreiben Mädchen und Jungen fatale Rollenbilder zu.
Der wichtigste Aspekt für uns als Fachstellen zum Thema sexualisierte Gewalt ist die Verharmlosung von Dominanz und sexualisierter Gewalt.

Wichtiger wäre vielmehr, den Tabu-Bereich Sexualisierte Gewalt zu thematisieren. Neben Fachfrauen und –männern könnten Sie Mädchen und Jungen dazu anhören, Fakten und Mythen vergleichen und Ängste und Befürchtungen darstellen.

Als eine der größten Jugendzeitschriften, die zweifelsohne eine wichtige Funktion im Prozess der Identitätsbildung von Jugendlichen hat, tragen Sie auch eine Verantwortung, mit Fragen zum Thema Sexualität, Gewalt, sexuelle Identität etc. verantwortungsbewusst umzugehen.

Wir bitten Sie, sich in Zukunft intensiv, verantwortungsvoll und kritisch mit diesen Themen auseinander zu setzen. Sie könnten damit nicht nur Zeichen setzen, sondern außerdem auf die Identitätsfindung, die Entwicklung und die Hinterfragung von stereotypischen Geschlechtsrollenzuweisungen einwirken.

In der Hoffnung, Ihr Interesse für unsere Arbeit geweckt zu haben, verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen,

Anette Diehl
(für die LAG der Notrufe in Rheinland-Pfalz)

Landesarbeitsgemeinschaft der autonomen Notrufe in Rheinland-Pfalz
c/o Notruf Mainz, Anette Diehl, Telefon: 0 61 31 - 22 12 13