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Zu sehen ist eine afrikanische Frau, die einen Korb mit Früchten auf dem Kopf trägt. Foto: Karin Drach

Ruanda

Presseartikel

November 2008: Die Zukunft Ruandas ist weiblich

Ausstellungseröffnung in Budenheim lockt viele ins Rathaus

„Wer Bilder von Not und Elend erwartet hat, wird enttäuscht werden,“ so schließt Bürgermeister Becker sein Grußwort zur Ausstellungseröffnung im Rathaus in Budenheim. „Die Fotos zeigen vielmehr Menschen, die ihr Leben wieder in die Hand genommen haben, und die schönen Seiten unseres Partnerlandes Ruanda.“

Zuvor hatten Gleichstellungsbeauftragte Irmgard Wosinski und Notrufmitarbeiterin Anette Diehl die zahlreichen Gäste der Foto-Ausstellung „Die Zukunft Ruandas ist weiblich“ begrüßt. Gemeinsam mit dem Frauennotruf Mainz und in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung hatten die beiden Budenheimerinnen den Abend zum „Land der 1000 Hügel“ mit Bildern von Fotografin Regine Hungershausen organisiert.

Interessante Einblicke erhielten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die aus Budenheim, Bad Kreuznach und Mainz angereist waren von der ehemaligen Botschaftssekretärin Christine Nkulikiyinka, einer gebürtigen Ruandesin. In ihrem Vortrag beleuchtete sie die besondere Situation der Frauen in Ruanda, die auch noch heute, 14 Jahre nach Beendigung des Völkermordes, unter den Folgen des Genozids zu leiden haben.

Zu sehen ist der Bürgermeister Herr Becker, der offensichtlich gerade den drei anwesenden Frauen einen Blumenstrauss überreicht hat. (Foto: von links Irmgard Wosinski, Christine Nkulikiyinka, Bürgermeister Becker, Anette Diehl)

„Die Frau ist das Herz des Hauses und der Familie,“ beschreibt sie mit einem Sprichwort deren wichtige Rolle. Diese Verantwortung haben die Frauen in dem kleinen afrikanischen Land auch übernommen: 30% Frauenanteil schreibt die neue Verfassung seit 2003 für die Verwaltungen vor. Im Parlament ist diese Quote bereits weit überschritten: Hier sind es über 50% Frauen, die im September dieses Jahres gewählt wurden. „Somit können wir tatsächlich sagen, dass die Zukunft Ruandas weiblich ist“.

Die momentanen diplomatischen Irritationen zwischen Ruanda und Deutschland nehmen nur wenig Raum in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum ein. Vielmehr geht es um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, aber auch um Hilfsmöglichkeiten für das Entwicklungsland. Zwei Kühe – also 200 Euro - spendet die Gleichstellungsbeauftragte Irmgard Wosinski für das ruandesische Frauenprojekt AVEGA, das die Tiere an Witwen weitergibt, die somit ihren Lebensunterhalt sichern können. Die Spende der Gleichstellungsstelle stammt aus dem Gewinn der Kabarettveranstaltung mit Simone Fleck. Das Geld für eine weitere Kuh kam durch die Spenden der Gäste zusammen.

Die Ausstellung ist bis zum 18.12.08 im Budenheimer Rathaus-Foyer zu besichtigen.

verantwortlich: Anette Diehl, November 2008