Ruanda
Presseartikel
Mai 2003Vierter Besuch aus Ruanda im Notruf Mainz
Eine 20-köpfige Delegation aus Ruanda besuchte am Donnerstag dieser
Woche den Notruf im Frauenzentrum Mainz. Ungewöhnlich war, dass der
Gruppe um Minister Bazivamo, eine Delegation aus Ministern, Polizeipräsident,
Jugendverbänden etc. viele Männer angehörten, die nur des
besonderen Anlasses wegen Einlass in die sonst Frauen vorbehaltenen Räume
fanden.
Die ersten Kontakte von Notruf zu ruandesischen Besucherinnen hatte das
Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend hergestellt und in Kongressen
einen reger Austausch zwischen der rheinland-pfälzischen Fachstelle
zu sexualisierter Gewalt und ruandischen Organisationen ermöglicht.
Nach dem Besuch von ruandesischen Frauenministerinnen und Fachfrauen in
2001, der First Lady und ihren Mitarbeiterinnen 2002 und der Frau des Präsidenten
des nationalen Parlaments und anderen im Februar 2003 war dieser 4. Besuch
einer ruandesischen Delegation vom Innenministerium organisiert worden.
Neben der Unterstützungsarbeit für Betroffene war vor allem die
Gesetzeslage und die Zusammenarbeit zwischen Notruf und Polizei Thema des
Gesprächs. Ausführlichere Diskussionen gab es beim Punkt Gleichberechtigung
von Frauen und Männern. Für Minister Bazivamo erleichterte der
Austausch „die Analyse der Probleme um Gewalt im eigenen Land“.
„Wie in allen vorhergehenden länderübergreifenden Gesprächen
wurde auch diesmal deutlich, dass das Problem Gewalt gegen Frauen in Ruanda
- trotz großer struktureller, kultureller und geschichtlicher Unterschiede
- sich nicht so gravierend von dem hier in Deutschland unterscheidet,“
so Anette Diehl vom Notruf.
Wieder hätte das Thema gesellschaftliche Veränderungen und Geschlechterdifferenz
den größten Raum eingenommen. Frau Drach vom Ministerium für
Bildung, Frauen und Jugend stellte in diesem Zusammenhang auch die Konzepte
des Ministeriums um Kinderbetreuung und Ganztagsschule vor.
„Wir freuen uns natürlich außerordentlich über das Interesse der ruandischen Regierungsorganisationen und Frauenverbände an unserer Arbeit. Die Häufigkeit der Besuche ist auch eine Wertschätzung dieser Kontakte,“ so Eva Jochmann, die gemeinsam mit Anette Diehl das Gespräch führte.
Veranwortlich: Anette Diehl
