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Zu sehen ist eine afrikanische Frau, die einen Korb mit Früchten auf dem Kopf trägt. Foto: Karin Drach

Ruanda

Presseartikel

November 2011: Frauen in Ruanda - Die Zukunft ist weiblich

Ausstellung und Vortrag in Gau-Algesheim

Im Rahmen der Ausstellungen in der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim präsentierte Anette Diehl vom Frauennotruf Mainz Bilder von Frauen in Ruanda. Die Veranstaltung kam auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde, Frau Gisela Samstag, in Zusammenarbeit mit der VHS zustande. Verbandsbürgermeister Dieter Linck konnte dazu mit Staatssekretär a.D. Dr. Auernheimer und Stadtbürgermeister Dieter Faust prominente Gäste und mit Japhet Dufitumukiza einen jungen in Gau-Algesheim lebenden Ruander begrüßen.

Das Bild zeigt: Ursula Kramer (VHS Gau-Algesheim), Anette Diehl, Gisela Samstag, Staatssekretär a.D. Doktor Richard Auernheimer (Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda)

Im Bild (von links):
Ursula Kramer (VHS Gau-Algesheim), Anette Diehl, Gisela Samstag, Staatssekretär a.D. Dr. Richard Auernheimer (Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda)

In ihren einleitenden Worten zur Ausstellung wies Frau Samstag auf die besondere Rolle der Frau in Ruanda hin: 40% der Unternehmen seien in weiblicher Hand, 56% der Abgeordneten seien Frauen; die ruandische Frauenrechtsorganisation SEVOTA habe den Menschenrechtspreis von „Human Rights International“ erhalten. Wie Anette Diehl ergänzend dazu ausführte, tragen die Frauen insbesondere nach dem Genozid von 1994 eine besondere Verantwortung in der Gesellschaft. Dr. Auernheimer unterstrich, dass diese Rolle im Spannungsfeld von Tradition und Moderne einerseits sowie der Entwicklung in Stadt und Land andererseits stattfinde. Er begrüße das von Anne Hagel und Günter Frey im Rahmen der Millenniumsaktivitäten initiierte Projekt, eine Kooperative ruandischer Frauen mit Mofas auszustatten. Damit werde ein wichtiger Beitrag zur Mobilität der Frauen geleistet.

Das Bild zeigt Ursula Kramer (VHS Gau-Algesheim), Anette Diehl, Gisela Samstag und einen jungen Ruander, der ein Kind auf dem Arm hat, beim Betrachten eines Fotos der Ausstellung.Im darauf folgenden Vortrag vermittelte Anette Diehl mit ihren beeindruckenden Bildern lebhafte Eindrücke aus Ruanda, einem Land, das landschaftsmäßig sehr untypisch für Afrika ist. Sie ging dabei im Einzelnen auf die Anstrengungen der Regierung in der Bildungspolitik, der Gesundheitsfürsorge und der Familienplanung ein. Hier könne Ruanda gute Fortschritte vorweisen.

Trotz des Booms in der Hauptstadt Kigali sei das Leben für viele immer noch ländlich orientiert. Das zeige sich darin, dass viele Ruander kein Erwerbseinkommen haben, sondern von der Ernte rund um ihre Hütte leben. Sie ging auch auf die besonderen Auswirkungen des Genozids zwischen Hutus und Tutsis ein: Die Zahl der damals vergewaltigten Frauen betrage zwischen 250.000 und 500.000 Frauen. Viele Kinder seien von ihren damaligen Erlebnissen traumatisiert. Sie sah in der gestiegenen Quote der Frauen im Parlament, auf Universitäten und in der Kommunalverwaltung eine gute Grundlage, das Land zukunftsfähig zu gestalten.

Mit ihrem Bericht und den Bildern der Kooperative in Kigoma verdeutlichten Anne Hagel und Günter Frey die Aussagen von Frau Diehl anhand ihrer konkreten Erfahrungen. Clausfriedrich Hassemer als zweiter Beigeordneter der Verbandsgemeinde sprach den Akteuren seinen Dank aus. Der informative Abend brachte noch eine Spende für das Familienzentrum Mu Rugo in Kigali und dem Weltladen Haus Bernardin Umsatz durch den Verkauf des Ruandakaffees.