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Widerworte unerwünscht
Leserinnenbrief zum Artikel „Leben für Mann und Haushalt“ vom 08.01.2007 in der Allgemeinen Zeitung Mainz
Gleich zu Anfang des neuen Jahres zeigt die ARD auf, welche Ziele junge Frauen setzen sollten: eine Bräuteschule wie im Jahr 1958 wird über 16 Wochen allen zeigen wie frau zur „respektablen Ehefrau“ wird und somit die alte neue Weiblichkeit festschreiben: „Leben für Mann und Haushalt“.
In der besten Sendezeit will Oberlehrerin Limbrock „den jungen Frauen Werte vermitteln.“ „Die Gemeinschaft (später ist damit wahrscheinlich die Ehe gemeint) zählt mehr als die eigene Freiheit“.
Somit vermittelt uns (quasi über diese Oberlehrerin) ein öffentlich-rechtlicher Sender was die sogenannten weiblichen Werte sind.
Nach Eva Hermann mit all den Diskussionen um die Gleichstellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft ist diese Serie ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle, die sich für Chancengleichheit, gemeinsame Erziehungsarbeit und sonstige Errungenschaften seit 1958 einsetzen.
Als Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt haben wir Erfahrung damit, wie es Frauen und Mädchen in der Ehe ergehen kann, die zu „respektablen Ehefrauen“ erzogen wurden, wie das Klima in Partnerschaft und Familie sich entwickelt, wenn „Widerworte unerwünscht“ sind.
Unserer Meinung nach sollte ein öffentlich-rechtlicher Sender Serien erarbeiten, in denen Frauen und Mädchen Vorbilder haben, die ihnen Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen vermitteln.
Veranwortlich: Anette Diehl für den Verein
