Aktuell
Pressemitteilungen
Mai 2011Alle einbeziehen!
Frauennotruf Mainz unterstützt Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen
Der Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V., Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen, unterstützt wie jedes Jahr die Forderungen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai. Viele Menschen mit Behinderung erklären seit mehreren Jahren gemeinsam mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern diesen Tag zum europaweiten Protesttag und dieses Jahr heißt das Motto: „Inklusion entsteht im Kopf“. Inklusion bedeutet Einbeziehung und meint die gleichberechtigte und vollständige Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft.
Diese Forderung vertritt der Frauennotruf Mainz seit langer Zeit: „Fachstellen zu sexualisierter Gewalt sowie Zufluchtstätten für Frauen und Mädchen müssen sich dem Thema Sexualisierte Gewalt an Frauen mit Behinderung öffnen – und dies in vielerlei Hinsicht,“ betont Petra Hauschild, seit vielen Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Frauennotruf. Weil behinderte Frauen und Mädchen nicht in das gängige Klischee des Vergewaltigungsopfers passen, kämen sie in der Gesellschaft nicht als Opfer in Betracht, wissen die Fachfrauen des Notrufs.
Um so mehr freuen sich die Mainzer Fachfrauen, dass im Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) nun das Projekt Zugang für alle! angesiedelt wurde. Dessen Ziel ist es, die Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung zu verbessern und Barrieren abzubauen. Kooperationen zwischen Frauenberatungseinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe sollen erweitert werden. Der Frauennotruf Mainz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderung und kann auf gute Kooperationen mit Einrichtungen aus der Behindertenhilfe blicken. Zum Beispiel ist der Frauennotruf Mitglied im Mainzer Arbeitskreis Sexualität und Behinderung, in dem sich Fachstellen und Einrichtungen der Behindertenhilfe regelmäßig treffen.
Das alles braucht allerdings Kapazitäten und Ressourcen. Katharina Göpner, Projektreferentin beim bff, erläutert: „Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert den Schutz von Frauen und Mädchen mit Behinderung vor Gewalt und Missbrauch. Der bff setzt sich für die Umsetzung der UN-Konvention ein. Doch damit betroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung ihr Recht auf ein Leben ohne Gewalt verwirklichen können, müssen Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe finanziell abgesichert sein und in ihren Bemühungen, wie beispielsweise bei barrierefreien Umbauten, unterstützt werden.“
Der bff ist der Dachverband für 157 Frauennotrufe und –beratungsstellen deutschlandweit. Informationen zum Projekt Zugang für alle! unter www.frauen-gegen-gewalt.de.
Veranwortlich: Anette Diehl, 05-2011
