Zur Navigation springen. Zum Inhalt springen.

Logo des Frauennotrufes: Ein Frauenzeichen, in dessen eine stilisierte Hand einen Telefonhörer hält.Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz e.V.
Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt
Telefon: 0 61 31 - 22 12 13
Info-Kampagne: Fiese Drogen im Glas
Ko-Tropfen - fiese Drogen im Glas
KO-Tropfen - Video-Clip
Navigation
Inhalt
Zu sehen ist ein Plakat mit der Aufschrift "Es ist nicht mehr mein Körper, sondern seiner". Plakat: Sabine Neumann und Falko Ulmer

Aktuell

Pressemitteilungen

Juli 2009: „Wenn ich schon früher gewusst hätte, dass es Sie gibt..“

Mainzer Frauennotruf gibt Einblick in seine Arbeitsbereiche im Jahr 2009

Der Frauennotruf Mainz stellt seinen Jahresbericht 2009 vor. Auf 27 Seiten beschreiben die Mitarbeiterinnen die Tätigkeiten der Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt. Der Pressespiegel, der alle Veröffentlichungen beinhaltet umfasst weitere 43 Seiten. „Es war ein herausragendes Jahr für unsere Fach- und Beratungsstelle,“ sagt Eva Jochmann stolz. „Immerhin war es unser 30.Geburtstag.“

30 Jahre Frauennotruf Mainz. Vor 30 Jahren begann die Enttabuisierung der sexualisierten Gewalt in Deutschland. Der Mainzer Frauennotruf war 1979 eine der ersten Einrichtungen ihrer Art bundesweit. Vieles wurde in den vergangenen Jahren erreicht. „Das ermutigt dazu, die schwierige Arbeit zum Tabu-Thema sexualisierte Gewalt weiterzuführen. „Neben dem Feiern gab es aber auch viele besondere Aktivitäten im Jahr 2009, über die die Mitarbeiterinnen Anette Diehl und Eva Jochmann berichten:

„Der in diesem Jahr in den Medien stark thematisierte Bereich der sexualisierten Gewalt in Abhängigkeitsverhältnissen und Institutionen gehört schon seit langem zum Aufgabenbereich des Mainzer Frauennotrufs“ nimmt Anette Diehl Bezug auf die aktuellen Diskussionen. Neben den bereits seit vielen Jahren angebotenen Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und -pädagogen wurde im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz ein Informationsfaltblatt mit dem Titel „Schweigen schützt die Falschen“ erarbeitet. Damit soll in Sportvereinen und -verbänden das Thema aufgegriffen werden, um das Tabu der Sexualisierten Gewalt im Sport zu durchbrechen.

Speziell zur Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Einrichtungen der Behindertenhilfe wurde 2009 der Leitfaden „Überlegt handeln im Umgang mit sexueller Gewalt“ herausgegeben. „Menschen mit Behinderungen, insbesondere Frauen und Mädchen, sind sexualisierten Übergriffen stärker ausgesetzt als Nichtbehinderte“ erläutert Jochmann. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Mainzer Frauennotruf seit 1994 verstärkt mit Maßnahmen zur Unterstützung von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen mit Behinderung. Mit dem Leitfaden werden nun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen informiert und erhalten Unterstützung beim Umgang mit betroffenen Frauen und Mädchen.

„Dies sind nur zwei Beispiele aus dem vergangenen Jahr, wie wir neben der direkten Unterstützung von Betroffenen und deren Vertrauenspersonen an der Verbesserung der Situation für Frauen und Mädchen arbeiten,“ merkt Anette Diehl an. Denn auch in acht regionalen und elf landes- bzw. bundesweiten Gremien wird aktiv zum Thema Sexualisierte Gewalt gearbeitet.

Das Unterstützungsangebot der Fachstelle richtet sich direkt an betroffene Frauen und Mädchen und deren Vertrauenspersonen. Im Jahr 2009 ist die Zahl der Hilfesuchenden auf 286 Personen angestiegen. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, dass sich jährlich mehr Betroffene und Vertrauenspersonen an den Mainzer Frauennotruf wenden. „Mit unseren Kapazitäten laufen wir meist am Limit, aber wir setzen alles daran, dass betroffene Frauen und Mädchen keine langen Wartezeiten haben,“ beschreibt Eva Jochmann die Situation der Einrichtung.

Über 500 Beratungsgespräche wurden im Jahr 2009 geführt, davon rund zwei Drittel mit betroffenen Frauen und Mädchen. „Aber Unterstützung bedeutet viel mehr,“ erläutert Diehl. Viele Telefonate wurden mit Betroffenen und Vertrauenspersonen im Anschluss geführt und in manchen Fällen wünschen sich Frauen und Mädchen eine Begleitung durch ihre Beraterin, meist zur polizeilichen Aussage, aber auch zur Anwältin oder zum Arzt.

„Daher auch der umfangreiche Pressespiegel,“ sind sich die Notrufmitarbeiterinnen einig. „Betroffene müssen wissen, dass es eine Fachstelle für ihr Thema gibt. Wir hören oft: Hätte ich doch früher gewusst, dass es den Notruf gibt.“ Des weiteren ist die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit auch Teil der Prävention.

„Es war in vielerlei Hinsicht ein bewegtes Jahr – auch für unsere ehrenamtlichen Kolleginnen,“ resümieren die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Das die Arbeit des Mainzer Frauennotrufs sich nicht nur stetig weiterentwickelt, sondern auch breite Anerkennung findet, wurde an der Jubiläumsfeier im September 2009 deutlich. „Die Arbeit zum Thema sexuelle Gewalt ist ein schwieriges Feld. Dass so viele langjährige Wegbegleiterinnen und –begleiter mit uns gefeiert haben, motiviert für die nächsten 30 Jahre!“

verantwortlich: Eva Jochmann/Anette Diehl, Juli 2010